Chinatown

Als Sir Stamford Raffles 1819 einen Handelsposten auf der tropischen Insel vor der Südspitze von Malaya gründete, wurden von Anfang an klare Grenzen zwischen den britischen Kolonialherren, den malaiischen Einwohnern von Singapur und den chinesischen Einwanderern gezogen, die in den folgenden Jahren als billige Arbeitskräfte auf die Insel geholt wurden. Den Chinesen wurde dabei das Land südwestlich des Singapore River zugeteilt, wo die einzelnen chinesischen Ethnien wiederum in getrennten Vierteln leben sollten. Diese Trennung zwischen den Bevölkerungsgruppen aus Hokkien, Teochew und Kanton ist bis heute noch teilweise erhalten geblieben, wenn auch lange nicht mehr so strikt wie früher.

Da die Chinesen mit „Chinatown“ generell eher die chinesischen Viertel in westlichen Ländern bezeichnen (z.B. in San Francisco, New York oder London), ist das Viertel in Singapur bei ihnen unter dem Namen Niu Che Shui bekannt.

Geschichtsträchtige Straßenzüge

Das historische Chinatown wird heute im Osten von den Wolkenkratzern des Financial Districts begrenzt, im Westen von der New Bridge Road und im Süden vom riesigen Containerhafen. Der größte Touristenmagnet ist die Kreta Ayer Road mit ihren wunderschön restaurierten, einstöckigen Shophouses, die früher typisch für ganz Singapur waren: Im Erdgeschoss wurde ein Handwerk ausgeübt oder Waren verkauft, während die Familie im oberen Stockwerk lebte. Einblicke in das Leben der frühen Einwanderer aus China in Singapur vermitteln das Chinatown Heritage Center oder ein geführter Spaziergang auf dem „Chinatown Trail“.

Zwischen der Kreta Ayer Road und der benachbarten Keong Siak Road befindet sich der „Wet Market“, einer der größten und schönsten Straßenmärkte von Singapur, auf dem jeden Morgen frisches Gemüse, Obst und Fisch angeboten werden, sowie exotischere Spezialitäten wie Schildkröten, Schlangen und Frösche. In der gleichnamigen Food Street können diese Spezialitäten sogar fertig zubereitet gekostet werden.

Trengganu und Sago Street wurden 1997 in eine Fußgängerzone umgewandelt und sind heute ein beliebtes Ziel für Touristen, die hier in den Shophouses Souvenirs kaufen und die köstlichen günstigen Mahlzeiten der Hawker genießen.

Souvenirs gibt es zahlreiche in Chinatown von Singapur
Souvenirs gibt es zahlreiche in Chinatown von Singapur

Telok Ayer: Wo alles begann

Nicht weit entfernt verläuft die Telok Ayer Street, die als Keimzelle von Chinatown gilt und die im frühen 19. Jahrhundert noch direkt am Wasser lag. Der malaiische Name „Telok Ayer“ bedeutet nichts anderes als „Bucht am Wasser“. Bis heute sind in dieser Straße einige der wichtigsten chinesischen Tempel und Clanhäuser zu finden, darunter der Thian Hock Keng-Tempel von 1820, der der chinesischen Göttin des Meeres und Schutzpatronin der Seeleute gewidmet ist, und der Fuk Tak Chi-Tempel von 1824, der zu einem kleinen Museum umgestaltet wurde. Sehenswert ist auch das Ying Fo Fui Kun Clanhaus, das der gleichnamige Clan der Hakka im 19. Jahrhundert errichten ließ und Einblicke in das Leben der Clans bietet.

Ein weiteres auffälliges Gebäude an der Telok Ayer Street ist der Nagore Durgha-Schrein, den muslimische Einwanderer 1828 an einer Stelle errichteten, an der damals noch der Sandstrand verlief. Damit sollte dem Besuch eines heiligen Mannes der Chulia an dieser Stelle gedacht werden.

Blick auf einen chinesischen Tempel in Chinatown bei Nacht
Blick auf einen chinesischen Tempel in Chinatown bei Nacht

Der Sri Mariamman-Tempel

Obwohl Chinatown von jeher von chinesischen Einwohnern dominiert wurde, steht hier auch der wichtige religiöse Gebäude der indischen Hindus, der Sri Mariamman-Tempel in der Pagoda Street. Er wurde bereits 1827 von Naraina Pillay gegründet, einem Tamilen, der zuvor auf der malaiischen Insel Penang für die East India Company gearbeitet hatte und mit Stamford Raffles nach Singapur ging. Er widmete diesen der südindischen Göttin Mariamman, die Seuchen und Krankheiten fern halten sollte – ein großes Problem in der frühen Siedlung am Singapore River.

Dieser ist im typisch südindischen Stil erbaut, mit einem farbenprächtigen Gopuram, einem Turm auf dem zahlreiche indische Götter und andere Figuren zu sehen sind. Neben der Göttin Mariamman werden hier auch Rama und Murugan verehrt.

Neben dem Tempel befindet sich auch eine der ältesten Moscheen Singapurs, die Masjid Jamae, die ebenfalls auf die frühen tamilischen Einwanderer zurückzuführen ist.

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