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Ein Reisebericht über Singapur

Singapur war für mich der krönende Abschluss einer insgesamt dreiwöchigen Rundreise auf der malaysischen Halbinsel. Von diesem Highlight soll dieser Reisebericht handeln. Von Deutschland aus ging es zunächst nach Kuala Lumpur und dann an der Westküste „hinauf“ bis Langkawi und an der Ostküste wieder „hinunter“ zum Taman Negara Nationalpark und der Trauminsel Tioman. Mit der Fähre ging es von Tioman aufs Festland nach Mersing, wo Expressbusse direkt nach Singapur fahren – knapp 14 Euro für die vierstündige Fahrt, inklusive einiger Wartezeit an der Grenze zwischen Malaysia und Singapur auf dem mehrspurigen Causeway. Der Kontrast zwischen der malerischen stillen Insel Tioman mit ihren Palmenstraßen und den Wolkenkratzern und dichtem Verkehr in Singapur hätte nicht größer sein können!

Ich hatte mir wenig Gedanken darüber gemacht, wo die Busse in Singapur eigentlich ankommen und stand daher nach dem Aussteigen zunächst etwas verloren an einem nicht sonderlich schönen Betonkomplex an der Beach Road im malaysischen Viertel von Singapur. Die nächste MRT-Haltestelle Bugis war noch einmal ein kurzes Stück zu laufen, was nach der langen Fahrt aber auch gut tat. Mit der U-Bahn ging es dann nach Chinatown, da man mir dieses empfohlen hatte, da es sich um eines der wenigen authentischen Viertel von Singapur handelt. Das Beary Good Hostel liegt mitten in Chinatown und bietet Betten in gemischten Schlafsälen für nur 17 Euro an – ein echter Bargain im sonst so teuren Singapur. Frühstück, kostenloser Kaffee/Tee und WiFi ist darin inklusive, ebenso Bettwäsche und Klimaanlage. Ich war begeistert!

Singapurs Chinatown

Beim historischen Chinatown handelt es sich leider nur um einige Straßenzüge mit klassischen Shophouses, die von den Wolkenkratzern des Bankenviertels fast erdrückt werden. Dennoch weht hier ein Hauch des alten China durch die Straßen. Das Chinatown Heritage Center, der Buddha Tooth Relic Tempel und der Thian Hock Keng Tempel gehören zu den schönsten historischen Gebäuden der Gegend, aber auch die kleinen Gassen mit chinesischen Garküchen und billigen chinesischen Waren sind sehr nett zum Bummeln und wer mag, bekommt schon für etwa 2 Euro eine Fußreflexzonenmassage. Da es mittlerweile schon Abend war und ich nach der langen Anreise mit Fähre, Bus und U-Bahn ziemlich müde war, ging ich früh zum Hotel zurück.

Das historische Kolonialviertel

Von Chinatown kann man ganz gut zu Fuß bis zum Singapore River gehen und auf die andere Seite des Flusses gelangen, wo sich das historische Kolonialviertel der Engländer befindet. Alles ist sehr gepflegt und wirkt etwas verlassen, weil in den Gebäuden heute die Regierung und ähnliche Einrichtungen sitzen. Hinter dem Rathaus musste ich lachen, als ich an einem Lokal namens „Brotzeit – German Bier Bar“ vorbei kam, wo Paulaner Weissbier, Brotzeitplatten und Schweinshaxen (!) auf dem Menü standen. Trotz meiner Neugier verkniff ich mir den Besuch, denn mein Ziel war das berühmte Raffles Hotel quasi nebenan. Hier wurde einst der Singapore Sling erfunden und überhaupt ist das Raffles DAS Aushängeschild von Singapur, in dem früher die Schriftsteller des Empire wie Maugham und Kipling abstiegen. Allerdings kam ich mir so fehl am Platz vor, dass ich den Gedanken aufgab, hier meinen Singapore Sling zu trinken und ging weiter zum Suntec City Mall.

Hier beginnt das neueste Viertel von Singapur, Marina Bay, wo vor den Esplanade Theatres täglich kostenlose Konzerte stattfinden. Ideal für eine kleinere Pause, ehe es weiterging zu den Gardens by the Bay, einer ebenfalls kostenlosen wunderschönen Parklandschaft mit riesigen tropischen Gewächshäusern und schönen Gärten. Am Merlion, dem Wahrzeichen von Singapur, vorbei ging es dann wieder zurück zum schön restaurierten Boat Quay und nach Chinatown. Kilometermäßig war meine Sightseeing-Tour gar nicht so weit, doch das Klima von Singapur und der Verkehr machten es alles ziemlich anstrengend. Wer mit tropischer Hitze nicht gut klar kommt, sollte daher lieber auf einen der Sightseeing-Busse setzen, die täglich in der Stadt umher fahren.

Little India und Kampong Glam

Den zweiten Tag wollte ich nutzen, um die anderen ethnischen Viertel von Singapur zu besuchen: Little India an der Serangoon Road und Kampong Glam mit der Masjid Sultan (der Sultansmoschee). Kampong Glam, das Viertel der malaiischen Händler wurde schön restauriert und erinnert stark an Chinatown, hat aber leider auch einen etwas künstlichen touristischen Vibe mit vielen Souvenirläden und Restaurants. Der frühere Sultanspalast ist heute das Malay Heritage Centre, das einen guten Eindruck von Singapur vermittelt, wie es vor der Ankunft der Engländer im 19. Jahrhundert ausgesehen haben mag.

Little India war das totale Kontrastprogramm dazu – ein wenig heruntergekommen, laut und chaotisch. Da ich noch nie in Südindien war (fast alle Inder in Singapur sind Tamilen aus Südindien), war es ein spannender Einblick in eine fremde Kultur mit tollen Tempeln, kunterbunten Läden und Garküchen, die superleckere Curries servierten. Als Bleichgesicht alleine wird man leider alle Nase lang angequatscht ob man Souvenirs, Drogen oder sonstwas kaufen will und ich war froh, als ich wieder im Zentrum am Clarke Quay war. Während der Boat Quay schon restauriert ist, ist der gegenüberliegende Clarke Quay am Ufer des Singapore River eher zum knallbunten Disneyland mit lauten Clubs missraten. Sogar die amerikanische Tittybar Hooters hat sich hier angesiedelt, was ich nun wirklich nicht brauchte. Überhaupt scheinen die Quays vor allem von einheimischen Geschäftsleuten und Expats frequentiert zu werden und die Preise in den Lokalen waren reichlich hoch. Warum das bezahlen, wenn es an jeder Ecke hervorragende Garküchen gibt?

Abschied von Singapur

Für den letzten Morgen hatte ich mir einen Bummel auf der berühmten Orchard Road vorgenommen, die angeblich ein Einkaufsparadies sein sollte. Aber das kommt vermutlich darauf an, was man einkaufen will. Wer Klamotten kaufen will, kann sich in riesigen Shopping Malls austoben, die von superteuren Designern bis zu Euro-Mainstream wie Mango und Esprit alles Mögliche anbieten. Richtig interessant fand ich da eigentlich nur die beiden japanischen Läden Takashimaya und Books Kinokuniya (beide im Ngee Ann City Mall) mit für Europa eher ungewöhnlichen Sachen und dem chinesischen Tangs, dem ältesten Kaufhaus von Singapur. Ein paar schöne Souvenirs habe ich trotzdem noch gefunden, ehe ich mittags zum Flughafen musste.

Auch hier ging alles reibungslos, denn die MRT fährt direkt vom Zentrum (mit Umsteigen) zum Flughafen Changi, der ganz zu recht immer wieder zum besten Flughafen der Welt gewählt wird. Eigentlich hätte man sich die Orchard Road auch ganz sparen können, denn Souvenir-Shopping geht auch am Flughafen noch super.

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Ein Fazit

Insgesamt ist Singapur sicher eine sehenswerte Stadt mit vielen interessanten Ecken, aber mir persönlich einfach zu groß, zu wuselig und zu kommerziell. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Kontrast zu Tioman und überhaupt der ruhigen malaysischen Ostküste zu groß war – jeder sollte Singapur selbst mal besuchen und für sich beurteilen.

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